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Die Albtalbahn-Modulanlage

Die erste transportable Anlage des Vereins

Durch das Jubiläum der Städtepartnerschaft Karlsruhe mit der französischen Stadt Nancy erfolgte 1980 eine Einladung an unseren Verein zu einer gemeinsamen Ausstellung. Die Firma Roco lieferte zu dieser Zeit gerade ihre neuen Straßenbahnmodelle nach Karlsruher und AVG-Vorbild aus. Sie waren der Anlass, eine transportable Anlage nach realem Vorbild der Albtalbahn zu bauen.

Blick auf den Herrenalber Bahnhof, noch mit Korkschotter und Holzraspelgras


Innerhalb von nur sechs Wochen entstanden die Bahnhöfe Bad Herrenalb, Fischweier und Busenbach. Die Steuerung erfolgte mit einfachen Stellpulten und handelsüblichen Schaltern, über die bestimmte Abschnitte ein- und ausgeschaltet wurden.

Die Teilnahme an der Ausstellung in Nancy brachte uns einen zweiten Platz bei der Prämierung der Ausstellungsanlagen und weitere positive Berichte in der Presse. Die entsprechende Ausstellung in Karlsruhe fand im Landesgewerbeamt am Rondellplatz statt, hier sollten wir in den folgenden Jahren noch öfter zu Gast sein.

Der Modellbahnclub aus Nancy hatte einige Vitrinen mit französischen Modellen dekoriert, die rege bestaunt wurden. Das lag daran, dass französische Modellbahnen bei uns nicht so bekannt waren.

Anlässlich des Bahnhofsfestes der AVG in Bad Herrenalb im Sommer des gleichen Jahres präsentierten wir unsere AVG-Anlage in einem Güterwagen. Die Fahrzeuge hatten in der Zwischenzeit einige Umbauten über sich ergehen lassen müssen, so zum Beispiel den Einbau von Mittelteilen aus zusätzlichen Gehäusen und eckige Scheinwerfer.

Umbaufahrzeug aus den frühen 80er Jahren im Bahnhof Etzenrot, der 1991 gebaut wurde.
Werbebeschriftung der Bundesgartenschau 1967 in Karlsruhe, mit dem Pinsel lackiert



Michael Krack fertigte die detailgetreuen Werbeanschriften mit dem Pinsel, was sich als echter Hingucker erweisen sollte. Heute erstellt man solche Dinge am Computer und druckt sie selbst auf Decalpapier.

Bahnhof Busenbach, die Halle besteht aus dickem Karton, rechts unser Spendenwagen in Spur 1.


Es folgten in den Jahren zahlreiche Einladungen für die AVG-Anlage nach Freiburg, Kressbronn, Mulhouse, Strasbourg, Friedrichshafen, sowie zu Bahnhofsfesten der AVG und DB. Dies hält bis heute an.

Seit einiger Zeit war die AVG-Anlage etwas größer geworden, denn ein Mitglied hatte in der Zwischenzeit den Albtalbahnhof der AVG im Modell nachgebaut, der eine zusätzliche Bereicherung darstellte.

Als Bediener des Bahnhofs Busenbach musste man jetzt aber alle fünf Sinne dabei haben, um den Überblick nicht zu verlieren. Nach einer Stunde Fahrbetrieb war man dann um eine Ablösung ganz froh.

Das Jahr 1985 bescherte durch das Jubiläum 150 Jahre Deutsche Eisenbahn eine Fülle von Ausstellungen und Bahnhofsfesten. Eine große Schau mit vielfältigem Programm wurde auf der Albtalbahn aufgeboten, natürlich war die AVG-Anlage mit allen Teilen anwesend. Die aufgebauten Module zeigten eine eindrucksvolle Modellbahn mit großen Fahrstrecken.

Der Bahnhof Etzenrot, den wir damals kurzfristig mit meist vorhandenem Material zusammenbauten. Erstmals probierten wir eine neue Art von Rollcontainern aus, was die Sache unverhältnismäßig verteuerte.

Die AVG-Anlage erhielt 1991 weiteren Zuwachs durch die Bahnhöfe Etzenrot und Untere Spinnerei, zusätzlich wurde ein Modul vom Kaiserplatz erstellt. Diese Gesamtanlage wurde im Advent erstmals komplett bei einer Ausstellung in Bruchsal aus Anlass des Jubiläums des Bruchsaler Modellbahnvereins gezeigt.

Bei den elektrisch angetriebenen Schranken hatten wir uns allerdings für das falsche Fabrikat entschieden. Nicht nur, dass die Steuerung nur funktionierte, wenn sie wollte, nein auch das Heben und Senken der Schranken an sich war ein Glücksspiel.

Am Ende des ersten Ausstellungstages war die ganze Steuerung im Eimer. Durch den Umbau der Antriebe funktionierte es dann besser, allerdings war der Geräuschpegel enorm. Die Glocken des Bahnübergangs waren nicht mehr zu hören, wenn die Schranken auf oder zu gingen.







Generalrenovierung der AVG-Anlage

Nach zahllosen Ausstellungen in den letzten Jahren beschlossen ein paar Mitglieder im Jahr 2000 die AVG-Anlage grundlegend zu renovieren. Die erste Großbaustelle und zugleich Probemodul für neue Bautechniken war hier der Bahnhof Fischweier, der um ein zusätzliches Modul erweitert wurde. Das Ausweichgleis bietet jetzt genug Platz, um den Dampfzug auch mit vier Wagen fahren zu lassen. Die Landschaftsgestaltung wurde mit zeitgemäßen Materialien hergestellt und die Steuerungselektronik grundlegend überholt.

Begonnen wurde der Umbau durch Klaus Geiger, Pit Hasselbach und Stephan Viel. Anfangs konnten wir im Garten von Klaus Geiger unserer Bauwut ausgiebig nachgehen, doch in der Zwischenzeit haben wir in der Tullastraße auf dem alten Depotgelände einen Raum bekommen, in dem die ganzen Module auch gelagert sind.

Das Hotel mit der Kegelbahn und dem Garagenanbau wurde von Stephan Doll angefertigt.


Es hat sich in der Zwischenzeit gezeigt, dass die Bauaktivitäten an der AVG-Anlage vollkommen richtig waren.

Immer mal wieder hatte es Stimmen gegeben, die bezweifelten, ob es sinnvoll sei, eine zweite Anlage zu bauen, wenn die erste noch nicht fertig ist. Es war nie die Absicht gewesen, die Bautätigkeiten an der stationären Anlage zu schwächen, aber manchen lag das Thema AVG-Anlage eben mehr. Wenn dann ein Ausstellungstermin näher rückte, konnte es auch mal zu Verzögerungen an der damaligen Club-Anlage kommen.

Die renovierten Teile waren in der Zwischenzeit bereits wieder mehrfach bei Bahnhofsfesten und Ausstellungen zu sehen und die Rückmeldungen durchweg positiv.

Zu sehen ist die Einfahrt von Fischweier, in der Zwischenzeit ist das Stadtbahnzeitalter angebrochen. Nur noch selten verkehren die Straßenbahnmodelle der Anfangsjahre.


Es folgte der Bahnhof Busenbach, der ebenfalls verlängert wurde. Das Ziel war hier, die eingesetzten Dampfzüge der Ulmer Eisenbahnfreunde mit der vorbildlichen Länge von vier bis fünf Wagen ohne Probleme rangieren zu können.

Bahnhof Busenbach mit neuem Gleisplan und zeitgemäßer Ausschmückung


Nach dem Ende der Generalrenovierung, die am Bahnhof von Bad Herrenalb weiterging, zeigen sich auch diese Module mit dem aktuellen Gleisplan.

Sondermodell mit Eigenwerbung für unseren Verein anlässlich der Faszination Modellbau 2010 in Karlsruhe.


Eine neue Abstellhalle für die mittlerweile in Messingätztechnik entstandenen Fahrzeuge, sowie die renovierte Bahnhofshalle vermitteln ein hohes Maß an Detailtreue.

Die neue Fahrzeughalle in Herrenalb


Der Abschluss der Arbeiten fiel mit der Teilnahme an der Faszination Modellbau zusammen, die 2010 das erste Mal in Karlsruhe stattfand. Eine Premiere war auch der Fahrbetrieb, der erstmalig fast nur mit den neuen Gleichstromstadtbahnwagen der AVG und den Dampfzügen der UEF durchgeführt wurde. In den Monaten vor der Ausstellung hatte Manfred Beyer eine größere Anzahl der Fahrzeuge aus den Ätzplatinen von Ingbert Neumeister angefertigt.

Die Vorbereitungen zu der Faszination Modellbau liefen die letzten Wochen, wie immer bei unseren Ausstellungen, auf Hochtouren. Anscheinend brauchen wir den Stress, um dann hinterher umso vergnügter den Zügen zuzusehen. Aber die Baugruppe der AVG-Anlage umfasst noch mehr Aktive. Seit dem vorsichtigen Versuch im Jahr 2000, die Anlage zu renovieren, sind inzwischen mehrere Aktive bei der Arbeit. Zum einen hinter den Kulissen, das heißt, sie gestalten mehr als den Fahrbetrieb zu machen. Wieder Andere sind leidenschaftlich bei Ausstellungen dabei und sorgen für Betrieb.

Dieser Fahrbetrieb erfolgte in den letzten Jahren auch mit schöner Regelmäßigkeit bei unserem Partnerverein in Halle an der Saale. Nach dem ersten Beschnuppern 1990 sind regelmäßige Besuche bei der Ausstellung in der dortigen Saline mit der AVG-Anlage an der Tagesordnung. Es haben sich während der langen Zeit regelrechte Freundschaften entwickelt, die gepflegt werden.

Als Ergänzung wurden weitere Zusatzmodule erstellt, um die Aufbauvarianten zu erhöhen. So gibt es z.B. ein Eckmodul für Busenbach und eines für Herrenalb, um die entsprechenden Bahnhöfe im Winkel aufbauen zu können. Ebenfalls noch relativ neu ist ein Modul einer Gleisbaustelle, die einen Kleinstaufbau nur mit Bad Herrenalb und einer speziellen Wendeschleife ermöglicht.

Die Zukunft der Anlage

Das nächste Projekt, das wahrscheinlich weiter verfolgt wird, ist der Bahnhof Etzenrot, der schon einmal als Modulgruppe zur Verfügung stand.

Durch falsche Planung hatten wir damals zu enge Kurvenradien eingebaut, die zu Betriebseinschränkungen mit den vorbildgerechten Dampflokmodellen der Ulmer Eisenbahnfreunde führten. Bei der Generalsanierung der AVG-Anlage wurden dann die Bahnhofsteile und Geländeplatten ihrer noch brauchbaren Teile beraubt und auf anderen Modulen weiterverwendet.

Das Kurvenmodul nach dem Bad Herrenalber Bahnhof, das durch seine naturgetreuen Felsendarstellungen ein gerne ausgewähltes Fotomotiv darstellt. Hier ist zudem ein Gastfahrzeug der Saarbahn zu sehen, das normalerweise nicht auf der Albtalbahn fährt.




stationäre Clubanlage

Clubanlage bis 1992

Clubanlage bis 2012

Albtalbahn-Modulanlage

Riffelalp-Anlage

Modellbahn- und
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